NEMs – echt jetzt?

Immer wieder höre ich von Leuten, dass sie sich gewisse Nahrungsergänzungsmittel (kurz NEMs) einwerfen. Soweit so gut. Doch wenn ich dann genauer nachfrage stellt sich schnell heraus, dass hier fast immer

1. auf Verdacht,
2. ohne echte Problemanalyse,
3. in meist witzlos geringen Dosen,
4. trotzdem überteuert

Präparate konsumiert werden.

Dieses Vorgehen erachte ich als völlig falsch! Das Wichtigste zuerst: Die Dinger heißen korrekterweise „Nahrungsergänzungsmittel“, das heißt bevor ich irgendetwas ergänzen möchte, muss erst einmal mein Fundament perfekt sein! Alles andere ist nur Gewissensberuhigung. Ergo muss ich mich grundsätzlich bestens ernähren (darüber hinaus auch bewegen (Sport!)) und wenn dann immer noch Lücken sind, macht es erst Sinn diese via NEMs zu supplementieren.

Doch wie komme ich auf diese Lücken? Manchmal stellt man gewisse Symptome fest und versucht sie zu interpretieren. Kopfschmerzen, Krämpfe, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Hautirritaionen, Allergien usw. kann man aber nicht fest irgendeinem NEM zuorden (das wäre cool, gell?). Vielmehr muss man anders vorgehen – ich sehe hier drei Möglichkeiten:

1. Messen

Das einfachste und wohl auch zuverlässigste Vorgehen ist es, seine Werte messen zu lassen (meist Blutanalyse, teils auch Haarmineral- oder Urinanalyse). Die Hürden hierbei sind entweder einen guten Arzt zu finden, der alle relevanten Werte misst und interpretieren kann oder sich die Fähigkeiten anzueignen gemessene Werte selbst auszuwerten. Wichtig ist dann noch wissenschaftlich fundierte Dosen der Supplemente herauszufinden (Beispiel: Es gibt Studien, die gesichert beweisen, dass die oft empfohlene Menge Vitamin D von 1.000IE/Tag einen Mangel niemals ausgleichen kann!)

2. Experimentieren

Dies ist sicher die langwierigste und aufwendigste Vorgehensweise. Trotzdem kann das ein sehr lehrreicher Prozess sein! Man beschäftigt sich intensiv mit den Vorgängen im Körper, Stoffwechsel, Genetik, Epigenetik, Biochemie usw. und probiert verschiedene Dinge aus den gewonnenen Erkenntissen aus. Schnelle Erfolge wird es hier nicht geben, aber der Gesamtgewinn aus all der wissenschaftlichen Arbeit kann sich doch sehr lohnen.

3. Ein extrem gutes Körpergefühl haben

Die letzte Stufe ist es, seinem Körpergefühl zu vertrauen. Dies setzt allerdings extrem viel Erfahrung im Umgang mit dem eigenen Körper voraus und kann nach jahrelangem Praktizieren der ersten beiden Möglichkeiten erreicht werden. Schön ist dann aber schon, wenn man aus Erfahrung heraus gewisse Symptome zuverlässig interpretieren und beseitigen kann!

Kurz zusammengefasst:

– Ernähre dich gesund!
– Bewege dich viel!
– Wirf dir nicht auf Verdacht irgendwelche NEMs ein!
– Erst messen, dann ausgleichen! (Oder experimentieren oder wissen 😉 )

We are what we eat!

Ein sehr interessantes Kurz-Video über das Leben der Hadza in Tansania. Hier sind einige Punkte verborgen, über die wir mal nachdenken sollten!

Entdeckt habe ich es über das Blog von Chris Michalk, dem ich an dieser Stelle einmal für seine gründliche und saubere Arbeit danken möchte! Wer also gerne noch ein bisschen tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich den Originalartikel: http://edubily.de/2016/10/hadza-studie/

Auch ansonsten kann ich edubily jedem vernünftigen Menschen nur empfehlen 🙂

Hier das Video: